Spielerschutz

Hilfe bei Spielsucht

Glücksspiel kann süchtig machen. Wenn das Spielen zur Belastung wird, gibt es kostenlose und anonyme Hilfe — für Betroffene wie für Angehörige.

Kostenlose, anonyme Beratung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 0800 1372700. Erreichbar an Werktagen, vertraulich und unverbindlich.

Wohin Sie sich wenden können

  • BZgA-Telefonberatung — 0800 1372700. Kostenfrei, anonym, mit Vermittlung an Beratungsstellen vor Ort.
  • check-dein-spiel.de. Online-Angebot der BZgA mit Selbsttest, Spieltagebuch und Ausstiegsprogramm.
  • Telefonseelsorge — 0800 1110111. Rund um die Uhr für akute Krisen.
  • Örtliche Suchtberatungsstellen. In jeder größeren Stadt, oft mit kurzfristigen Terminen und persönlichem Gespräch.

Warnzeichen ernst nehmen

Problematisches Spielen kündigt sich an. Typisch ist, dass Sie länger oder höher spielen als geplant, Verlusten hinterherjagen, um sie zurückzugewinnen, oder Geld fürs Spiel leihen. Auch Gereiztheit bei Spielpausen und das Verheimlichen des Spielens vor Nahestehenden gehören dazu. Treffen mehrere Punkte zu, ist das ein Anlass, sich Unterstützung zu holen — je früher, desto besser.

Sofort handeln

Zwei Schritte wirken sofort. Der Panikknopf sperrt Ihr Konto für 24 Stunden. Für eine längere Auszeit richten Sie eine OASIS-Selbstsperre ein, die bei allen lizenzierten Anbietern zugleich greift. Beide Werkzeuge ersetzen keine Beratung — sie verschaffen aber den nötigen Abstand, um sie in Anspruch zu nehmen.

Wie eine Beratung abläuft

Der erste Kontakt ist unverbindlich und vertraulich. Am Telefon der BZgA schildern Sie Ihre Situation, ohne einen Klarnamen nennen zu müssen; die Beraterinnen und Berater hören zu, ordnen ein und vermitteln auf Wunsch an eine Stelle in Ihrer Nähe. Niemand drängt Sie zu etwas. Schon das Aussprechen des Problems ist oft der schwerste und zugleich wichtigste Schritt.

Hilfe für Angehörige

Nicht nur Betroffene können sich melden. Wer sich um einen Partner, ein Kind oder einen Freund sorgt, findet bei denselben Stellen Rat — etwa zur Frage, wie man das Thema anspricht, ohne die Beziehung zu belasten. In bestimmten Fällen lässt sich über OASIS auch eine Fremdsperre auf Veranlassung Dritter anstoßen.

Erste Schritte bei finanziellem Druck

Wenn Spielschulden im Raum stehen, hilft neben der Suchtberatung auch eine Schuldnerberatung weiter, die es in jeder größeren Stadt kostenlos gibt. Wichtig ist, den Geldfluss zum Spiel zu unterbrechen: ein niedriges Einzahlungslimit oder eine OASIS-Sperre verschaffen den nötigen Abstand, um die Finanzen zu ordnen.

Sie sind nicht allein

Glücksspielprobleme sind weit verbreitet und gut behandelbar. Die Angebote sind kostenlos, anonym und urteilsfrei. Der erste Anruf bei der BZgA unter 0800 1372700 verpflichtet zu nichts — er öffnet nur die Tür.

Anzeichen bei anderen erkennen

Oft bemerken Angehörige ein Problem früher als die Betroffenen selbst. Aufhorchen sollten Sie, wenn jemand heimlich spielt, Geld leiht oder Ausgaben verschleiert, gereizt auf Nachfragen reagiert oder soziale Kontakte zugunsten des Spiels vernachlässigt. Sprechen Sie das Thema ruhig und ohne Vorwürfe an — und holen Sie sich selbst Rat bei einer Beratungsstelle, bevor das Gespräch eskaliert. Auch dafür ist die BZgA-Hotline da.

Langfristig dranbleiben

Ein einzelner Anruf oder eine Sperre lösen selten alles auf einmal. Hilfreich ist, mehrere Bausteine zu verbinden: eine OASIS-Sperre für den sofortigen Abstand, ein niedriges Einzahlungslimit als Sicherung und eine begleitende Beratung für die Ursachen. Rückschläge gehören dazu und sind kein Grund aufzugeben. Wichtig ist, dranzubleiben und sich Unterstützung zu erlauben.

Erste Schritte für heute

Wenn Sie das Gefühl haben, dass es zu viel wird, helfen drei konkrete Schritte sofort. Erstens: das Einzahlungslimit deutlich senken oder das Konto per Panikknopf für 24 Stunden sperren. Zweitens: bei anhaltender Sorge eine OASIS-Selbstsperre einrichten, die bei allen lizenzierten Anbietern zugleich greift. Drittens: das Beratungstelefon der BZgA unter 0800 1372700 anrufen — kostenlos und anonym. Keiner dieser Schritte ist endgültig oder mit Aufwand verbunden, jeder verschafft sofort etwas Abstand. Oft ist der erste der schwerste; danach wird es leichter.

Häufige Fragen

FAQ

Ja. Die Telefonberatung der BZgA unter 0800 1372700 ist kostenfrei und auf Wunsch anonym. Auch die Online-Angebote verlangen keine Klarnamen.
Die Beratungsstellen helfen auch Angehörigen. Eine Fremdsperre über OASIS lässt sich zudem auf Veranlassung Dritter einrichten.